Presse Workshopweekend Kronberg/Neu Anspach
Taunuszeitung, 02.03.2009
"Keltische Klänge verbreiten pure Lebensfreude"
von Jan O. Deiters
"Kronberg. Es überrascht immer wieder, wie viele Menschen sich doch für die irische Kultur – und hier besonders für die Musik – erwärmen können. Und das nicht nur passiv als Zuhörer oder Besucher von Irish Pubs. Die Zahl der aktiven Musiker, die die Grüne Insel über die Musik erobern wollen, steigt beständig. So ist es kein Wunder, dass musikalische Workshops ihre Kundschaft erreichen. Ob aus der Schweiz, aus Stuttgart oder Tübingen – auch aus Kronberg und dem Rhein-Main-Gebiet sind einige Absolventen des Neunten Irish Music Workshop in Kronberg mit Feuereifer dabei, irische Melodien für sich zu erobern.
Anne Hirsch ist ein typisches Beispiel für die Entstehung einer Liebe zur irischen Musik. Sie ist erst 15 Jahre alt. Aber ihre Mutter Angela hat ihr sozusagen die Liebe zu keltischen Klängen in die Wiege gelegt. Angela lebte acht Jahre in Schottland, gibt Klavierunterricht, wurde aus Begeisterung zur Fiddlerin und nahm jetzt zum ersten Mal an solch einem Workshop teil. «Das alles läuft über den Rhythmus», bringt sie ihre Begeisterung auf den Punkt. «Es ist eine Mischung aus der Konzentration auf bestimmte Melodien und der Freiheit, sie zu interpretieren.» Ihre Tochter hat das Gefühl übernommen und besuchte bereits Kurse in Irland, Schottland und der Bretagne. «Das ist Lebensfreude pur», bekräftigt sie und holt sich über die Musik ein Stück Irland-Feeling nach Hause. Und das, obwohl sie ursprünglich die «klassische» Geige erlernt hat.
Ruth Rau aus Frankfurt argumentiert ähnlich. Sie hat in Irland in den Pubs die Musik erlebt und verinnerlicht. Über den irischen Tanz kam sie zum Spiel der Flöten und der TinWhistle, einer billigen Blechflöte, die allerdings die ganze emotionale Breite der irischen Musik abdeckt. Die Titelmelodie von «Titanic» sei hier nur als ein kleines Beispiel genannt. Seit drei Jahren spielt sie die Concertina – in irischen Fachkreisen einfach auch «Box» genannt, eine Art Akkordeon mit Knöpfen. Sie holt sich aus dem Kurs Inspiration. Rau ist 78 Jahre alt und sprüht vor Lebensfreude – ganz wie ihre irischen Vorbilder auf der Grünen Insel.
Uwe Titz aus Gütersloh wiederum ist «erst» 51 Jahre alt und spielt bereits seit 30 Jahren Gitarre. «Aber es gibt zu viele Gitarristen», beklagt er sich und strahlt gleichzeitig voller Freude. Denn durch dieses Manko hat er ein neues Instrument gefunden, das ihm eine Möglichkeit gibt, sich irisch auszudrücken: das Banjo. Seine Erfahrung im Workshop fällt klar aus: «Man kann sich in der Gruppe verspielen, das ist nicht schlimm, aber man lernt vom Lehrer».
Ob Quer- oder Neueinsteiger: die unterschiedlichen Levels werden von den erfahrenen Lehrern ausgeglichen und jeder einzelne erhält seine individuellen Impulse, die er braucht, um sein Spiel zu vervollkommnen. Ekhart Topp als Initiator dieser Workshopserie ist glücklich. «Wir sind ausgebucht. Die Kurse haben sich etabliert», so der Vollblutmusiker, der in verschiedenen Gruppen musiziert. Mittlerweile bietet er diesen speziellen Workshop zwei Mal im Jahr an und die Resonanz steigt von Mal zu Mal.
Die Teilnehmer werden sukzessive zum musikalischen Höhepunkt geführt: der gemeinsamen Session, zu der auch andere Musiker eingeladen sind. Zunächst lernt jede Instrumentengruppe einzeln ein bestimmtes Stück ein. Dann gibt es am Ende des Workshops eine gemeinsame Präsentation aller Instrumente. Das allein schon ist ein bemerkenswertes Ereignis für die Absolventen. Denn dieses Gruppengefühl, diese Dynamik mit 40 anderen Irland-Freunden – das begeistert. Und in der folgenden Session spielen alle mit. Das beflügelt. Mehr Infos im Internet unter http://www.doubletop.de."
Taunuszeitung, 02.03.2009
Taunuszeitung, 19.02.2009
Taunuszeitung - Usinger Neue Presse, 07.02.2008
Usinger Land Extra, 01.02.2008
"Irische Klänge verzaubern"
von Jürgen Schnegelsberg
"Neu-Anspach. Zwei Mal im Jahr kommen sie in der Kleeblattgemeinde zu einem Workshop-Wochenende zusammen, die Freunde irischer Musik und ihrer Instrumente, und wer als Außenstehender zum traditionellen Konzert am Samstagabend dazustößt, hat den Eindruck, in eine große, gut gelaunte Familie zu kommen: Gemeint ist das 'Irish-Music-Workshop-Wochenende', organisiert von Ekhart Topp aus Rosbach vor der Höhe und seinen Freunden.
Topp hat den Kontakt zur Basa (Bildungsstätte Alte Schule Anspach) über einen Mitarbeiter hergestellt und mag den Ort, weil er zentral liegt. 'Wir wollten was in der Region machen, Rhein-Main-Gebiet und 50 Kilometer Umkreis, da kommen auch die meisten Teilnehmer her', so der Mann, der selbst den Gitarren-Kurs leitet. 'Wir sind in diesem Jahr das erste Mal mit sechs Kursen hier, im vorigen Jahr waren es fünf, angefangen haben wir mit drei. Das Stamm-Team sind drei Musiker, jetzt arbeiten wir mit Gastdozenten. Das sind alles ganz erfahrene Leute aus der Irish-Music-Szene, die selbst in Bands spielen.'
Zum Organisationsteam gehören außer Topp der Ire Donal Campbell, der Fiddle unterrichtet, sowie Stefanie Bieber mit ihrer Tin Whistle. Als freie Lehrkräfte kommen dazu Nils Nolte (Flöte), Klaus Kessler mit der Concertina und Andrea Kiupel-Grona mit der Harfe.
Beim Konzert war es ein besonderes Erlebnis, alle Teilnehmer zusammen spielen zu hören: Unter den 55 Musikern waren acht Harfinistinnen in der ersten Reihe. Harfe ist immer wieder ein Genuss, auch optisch. Lustig anzuschauen ist die Concertina: ein Handzuginstrument, oft mit sechseckigem Gehäuse und der Allgemeinheit vor allem als typisches Instrument von Clowns bekannt. Das Patent für die englische Concertina hat im Jahr 1844 Charles Wheatstone bekommen, nachdem ihm bereits am 19. Juni 1829 ein Patent für den Vorläufer der Concertina, das Symphonium, erteilt wurde. Für den Laien sieht die Concertina aus wie eine 'Mini-Quetschkommode', macht aber beim Spielen viel Laune.
Ein typisches Instrument der irischen Folklore ist auch die Tin Whistle: Sie ist eine einfache Flöte. 'Whistle' bedeutet wörtlich übersetzt 'Pfeife' und grenzt die Tin Whistle damit von der 'Flute' ab, was im Deutschen die Querflöte bezeichnet. Das Flötenrohr war ursprünglich aus einfachem Blech (engl. 'tin') gerollt, daher der Name. Die Tin Whistle hat einen hohen, hellen und klaren Klang, wobei die höchsten Töne je nach Fabrikat schrill klingen können.
Alle sechs Kurse gaben am Samstagabend eine Kostprobe ihres Könnens, die jüngsten Teilnehmer gaben ihren Einstieg als 'Next Generation' und dann spielten die Lehrer zu sechst einige irische Lieder
Auch für das Auge wurde etwas geboten: Sarah Fitzpatrick aus St. Louis steppte so mitreißend, dass ein 'Lord-of-the-Dance'-Feeling aufkam und wurde frenetisch zu einer Zugabe aufgefordert. Danach war Umräumpause, die Stühle mussten aus dem Raum, damit Platz war für eine 'Celli', eine traditionelle irische Tanzvorführung, unter Leitung von Bernadette Mullane. Wer dann noch Luft, Lust und Laune hatte, konnte 'bis zum bitteren Ende', so Ekhart Topp lachend, den Musiklehrern noch bei ihrer Jam Session zuhören - oder mitspielen. [...]"
Usinger Neue Presse, 18.09.2007
Usinger Anzeiger, 13.09.2007
Taunuszeitung, 10.02.2007
Usinger Land Extra, 02.02.2007
Usinger Anzeiger, 02.02.2007
Frankfurter Rundschau 30.01.2007
Usinger Anzeiger, September 2006
Usinger Land Extra, 29.09.2006
Taunuszeitung, 20.02.2006
Der Artikel von Jan O. Deiters in der Taunuszeitung vom 20.02.2006 in voller Länge:
"Fleißiges Üben mit Fiddle und Flöte"
"Neu-Anspach. Die Alte Schule in Anspach wurde am Wochenende zu einem Zentrum der irischen Musik. Flöten, Geigen, Gitarren und Trommel schallten aus den Räumen der Jugendbildungsstätte.
Dabei kamen die Teilnehmer für das «Irish-Music-Workshop-Weekend» nicht nur aus dem engeren Umkreis, sondern sogar aus Dortmund, Dresden und Hannover. Vier Workshops für Gitarre, Fiddle, Flöte und Bodhran (irische Rahmentrommel) vereinten sich am Ende zu gemeinsamen Sessions, in denen die zuvor einstudierten Stücke gemeinsam präsentiert wurden.
All das funktionierte überwiegend ohne Noten und nur über das Gehör. Das ist zwar zunächst ungewohnt, aber das Gefühl für die irische Musik fließt schneller in das eigene Spiel mit ein. Lisa Budig aus Grävenwiesbach beispielsweise hat früher klassische Geige gelernt und wandelte an diesem Wochenende erstmals auf irischen Musikpfaden. «Nach einer längeren Spielpause ist das hier mein Wiedereinstieg und ich werde die Musikform weiter spielen», hat sie sich vorgenommen. Zwar sei es recht anstrengend, sich in eine neue Musikrichtung einzufinden, aber die Erfolgserlebnisse gerade auch in der Session hätten sie motiviert.
So ging es auch Carmen Darda, die den Kursteil mit der Tin Whistle (der irischen Metallflöte) belegt hatte. «Eigentlich hatte ich schon aufhören wollen, aber dieser Workshop motiviert total», meinte sie begeistert. Und obwohl sie mit irischer Musik eigentlich nichts am Hut hat, schätzte sie die fröhlichen und frischen Melodien. Heinz Harff ist als Schlagzeuger bei der Ice-Bär Music-Company aus Wehrheim mit allen Perkussionsinstrumenten vertraut. Hier wagte er sich mit der irischen Rahmentrommel (Bodhran) auf völlig neues Gebiet. «Ich habe es mir leichter vorgestellt, und man muss unheimlich locker aus dem Handgelenk arbeiten», resümierte er, war aber fasziniert von dem Frequenzspektrum des Instruments und dem differenzierten Spiel des Lehrers Harry Sawatzki.
Dirk Hofmann aus Hannover hingegen war schon zwei Mal in Irland und stellte fest: «Das ist meine Musik.» Mit seiner Gitarre hat er schon ab und zu an einer Session teilgenommen, aber schnell seine Defizite erkannt. «Ich habe gehört, das hier sei der beste Workshop - also bin ich hier.»
Das Konzept schien anzukommen. Dabei wurden die vier Hauptinstrumente Gitarre, Fiddle, Bodhran und Flöte getrennt unterrichtet. Jede Gruppe übte für sich einige Stücke ein, die dann am Abend in der Session gemeinsam gespielt wurden. «Da merkt man am Schluss seine eigene Entwicklung und hört sich in der Gemeinschaft mit völlig neuen Ohren», erläuterte Ekhart Topp, der diesen Workshop zum dritten Mal veranstaltete. So war für viele Teilnehmer die Gesamtwirkung am Ende des Wochenendes entscheidend dafür, auch künftig eifrig Üben zu wollen. Stefanie Bieber gehörte zu den vier Dozenten, unterrichtet die Tin Whistle und in anderen Workshops auch die irische Harfe. «Diesen Ansatz gibt es nur selten, und wir werden das Konzept fortführen», ist sie überzeugt. Donal Campbell, gebürtiger Ire, gibt seit 15 Jahren Fiddle-Unterricht und sieht das unterschiedliche Niveau der Teilnehmer als großen Vorteil. «Jeder nimmt etwas mit, die Besseren bereichern die Neulinge und umgekehrt.» Und schon ging es weiter mit Ornamentationen, Bogenhaltung, Verzierungen - nach und nach schälte sich aus dem Klang-Chaos von acht Fiddlern eine flotte Melodie heraus. Perfekt für die Session am Abend."
Taunuszeitung - 20.02.2006
/4703